PET-Zentrum

 
PET/CT

Die Integration der Positronen Emissions Tomographie (PET) mit der Computer Tomographie (CT) hat an unserer Klinik eine lange Tradition. Das Verfahren wurde bei uns bereits im März 2001 klinisch erstmals eingesetzt als eine Weltneuheit. Inzwischen hat sich dieses Verfahren etabliert und in der Schweiz besitzen jede Uniklinik, sowie viele grösseren Spitäler ein PET/CT (30-35 Systeme in der Schweiz).

Das Grundprinzip der PET ist das Lokalisieren von radioaktiven Substanzen (Tracer) im Körper mittels Detektorringen, welche beim radioaktiven Zerfall entstehende Photonen lokalisieren können. Der große Vorteil dieser Methode im Vergleich zu den „radiologischen“ Verfahren (z.B. CT und MRI) ist die enorm hohe Empfindlichkeit für die injizierte Substanz, was ermöglicht dass biochemische Prozesse und nicht nur anatomische Veränderungen sichtbar gemacht werden können und damit bereits sehr kleine Läsionen im Körper erfasst werden. Dank der kurzen Halbwertszeit der verwendeten Isotope (18F = 110 min, 68Ga = 68 min) können die Untersuchungen mit einer geringen Strahlenbelastung für die Patienten durchgeführt werden. Daher ist es aber auch von enormer Wichtigkeit, dass die Untersuchung pünktlich gestartet werden kann, da eine Verzögerung zu einer Verringerung der vorhandenen Aktivität führt.

Je nach Fragestellung oder Tumorart werden unterschiedliche Tracer (18F-FDG, 18F-Cholin, oder 68Ga-DOTATATE) verwendet:

18F-FDG PET/CT:

18F-FDG ist der heute in der Nuklearmedizin häufigste verwendete PET Tracer. 18F-FDG ist ein strukturell gering alterierter, radioaktiv markierter Zucker. Nach der Injektion in den Körper verteilt sich der Tracer im Gewebe und wird von den Zellen aufgenommen, die einen hohen Zuckerumsatz haben (Gehirn, Herz, bösartige Tumore und Metastasen).

Bild1.png
 

Abbildung 1:
Die rotierende Übersichtsaufnahme (MIP = Maximum Intensity Projection) dient einem ersten Gesamtüberblick, wie bei diesem Fall eines neu diagnostizierten Bronchialkarzinoms. Auf den axialen fusionierten Bildern können fokale FDG-Mehranreicherungen den anatomischen Strukturen zugeordnet werden. Dank der zusätzlichen CT Untersuchung kann Grösse und lokale Ausdehnung des Primärtumors bestimmt werden (Gelber Pfeil). Zudem können weitere Ableger in Lymphknoten oder anderen Organen nachgewiesen werden, wie in diesem Fall einer Rippenmetastase (roter Pfeil).

Vorbereitung und Untersuchung:
Wichtig ist das die Patienten mindestens 4 Stunden vor der Untersuchung nüchtern sein (nichts essen und nichts trinken ausser Wasser oder ungesüssten Tee). Medikamente können regulär eingenommen werden, jedoch keine Vitaminpräparate oder Brausetabletten.
Süssstoffe (Assugrin, Stevia) oder zuckerlose Kaugummis können zu einer Anregung der Insulin Produktion führen und damit die Bildqualität beeinträchtigen. Deshalb dürfen auch keinerlei Süssungsmittel eingenommen werden.
Nach der Injektion ruhen die Patienten während 50-60 Minuten in einem abgedunkelten Raum, damit sich das FDG gleichmässig im Körper verteilen kann, danach werden die Aufnahmen gemacht (Dauer ca. 20 Minuten).

18F-FDG PET/CT bei Diabetes?
Da ein hoher Blutzuckerwert unsere Bildqualität deutlich beeinträchtigt, müssen Patienten mit Diabetes Mellitus besondere Vorkehrungen treffen. Idealerweise sollte der Diabetes vorab vom Hausarzt gut eingestellt sein. Wenn die Werte schwierig zu kontrollieren sind, melden Sie sich bitte vor der Untersuchung bei uns (Tel: 044 255 35 72).
Der Blutzucker muss für eine 18F-FDG PET/CT Untersuchung zwingend unter 12 mmol/l sein, ideal wäre ein Wert unter 7 mmol/l.
Falls Sie Diabetiker sind, teilen Sie dies unserer Anmeldung bei der Planung des PET/CT Termins bitte mit (Tel: 044 255 18 18 / 3), damit man Sie am Morgen (meist tiefere Blutzuckerwerte) einplanen kann.

Typ I Diabetiker:
- Insulin Basis / Bolus: Das Basis Insulin am Vorabend regulär spritzen, kleines Frühstück um 7 Uhr Morgens mit regulärer Injektion des kurzwirksamen Insulins. Untersuchung nach 11 Uhr.
- Patienten mit einer Insulin-Pumpe: Die Einstellung der Insulin-Pumpe auf „night setting“ belassen, ohne zusätzliche Bolus Injektion am Morgen. Kein Frühstück. Untersuchung am frühen Morgen.
Typ II Diabetiker:
- Orale Antidiabetika regulär einnehmen. Mindestens 4h nüchtern sein.
Vor der Untersuchung wird bei uns der Blutzuckerwert nochmals kontrolliert.

18F-FDG PET/CT bei Niereninsuffizienz?
Die 18F-FDG PET/CT kann trotz eingeschränkter Nierenfunktion ohne Risiken oder Nebenwirkungen durchgeführt werden.
Bei einer vorliegenden Niereninsuffizienz wird jedoch kein CT-Kontrastmittel angewendet.

18F-FDG PET/CT während der Schwangerschaft & Stillzeit?
Aufgrund der erhöhten Strahlenbelastung des Kindes wird eine 18F-FDG PET/CT Untersuchung nicht während der Schwangerschaft durchgeführt.
Stillende Mütter sollten bis 6 h nach der Untersuchung das Baby nicht direkt an die Brust nehmen. Die Milch muss jedoch nicht verworfen werden, sondern kann dem Baby via Flasche gegeben werden.

18F-FDG PET/CT Risiken und Nebenwirkungen?
Bei einer PET Untersuchung werden nur geringste Tracer-Mengen verwendet, daher sind keinerlei Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder allergische Reaktionen zu erwarten. Durch die kurze Halbwertszeit des 18F-FDG ist die Strahlenbelastung für den Patienten nur wenig höher als bei konventionellen CT Untersuchung (8-10 mSv).

18F-FDG PET/CT Indikationen:
Etabliert und von der Krankenkasse vergütet werden folgende Indikationen für eine 18F-FDG PET/CT Untersuchung:
- Initialstaging und Rezidivdiagnostik verschiedenster Karzinome (Lunge, Hals-Nasen-Rachentumoren, Bauchspeicheldrüse, Ovar, Hoden, Speiseröhre-Magen-Darm etc).
- Lymphomdiagnostik
- Fortgeschrittene Melanome            
- Demenzabklärung


18
F
-Cholin PET/CT:

Die 18F-Cholin PET/CT ist eine sensitive und sehr spezifische Untersuchung zur Erkennung von Lymphknoten- oder Knochenmetastasen bei Patienten mit einem neu diagnostizierten Hochrisiko- Prostata Karzinom.
Zudem kann die 18F-Cholin PET/CT bei Patienten mit einem biochemischen Rezidiv (PSA-Anstieg nach radikaler Therapie) eingesetzt werden um frühzeitig das Rezidiv zu lokalisieren.

Cholin wird von den Karzinomzellen vermehrt aufgenommen und in die Zellwand eingebaut, daher ergibt sich über die Zeit eine Zunahme der Cholin-Aktivität in den Tumorzellen.


Cholin.png

Abbildung 2:
Die rotierende Übersichtsaufnahme dient einem ersten Gesamtüberblick. Auf den axialen fusionierten Bildern kann man fokale Cholin-Mehranreicherungen den anatomischen Strukturen zuordnen. Dank der Aufnahme einer Frühphase und einer Spätphase können Lymphknotenmetastasen (Roter Pfeil) von Urin (gelber Pfeil) oder entzündlichen Lymphknoten (grüner Pfeil) unterschieden werden.

Vorbereitung und Untersuchung:
Da Cholin mit Aminosäuren konkurriert bei der Aufnahme in die Zelle, sollten Patienten vor der Cholin Untersuchung ebenso für 6 Stunden nüchtern sein (nichts essen und nichts trinken ausser Wasser oder ungesüssten Tee) und während 24 Stunden auf Proteinreiche Nahrung (Eier, Fleisch, Wurst, Fisch Nüsse, Weizenbier und Vitaminsäfte) verzichten.  Die Tracer Injektion erfolgte beim 18F-Cholin direkt auf dem Untersuchungsgerät. Nach der Injektion wird die Frühphase aufgenommen (2-17 min), direkt anschliessend die Spätphase (20-35 min). Dank der zwei Phasen ist es möglich zwischen entzündlichen (Cholin Aktivität von früh zu spät abnehmend) und malignen Läsionen (Cholin Aktivität von früh zu spät zunehmend) zu unterscheiden. 

18F-Cholin PET/CT bei Diabetes?
Die 18F-Cholin PET/CT Untersuchung wird durch einen hohen Blutzucker nicht betroffen, es sind keine Vorkehrungen notwendig.

18F-Cholin PET/CT bei Niereninsuffizienz?
Die 18F-Cholin PET/CT Untersuchung kann auch bei stark eingeschränkter Nierenfunktion durchgeführt werden.

18F-Cholin PET/CT Risiken und Nebenwirkungen?
Bei einer PET Untersuchung werden nur geringste Mengen des Tracers verwendet, daher sind keinerlei Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder allergische Reaktionen zu erwarten. Durch die kurze Halbwertszeit des 18F-Cholin ist die Strahlenbelastung für den Patienten nur wenig höher als bei einer konventionellen CT Untersuchung (8-9 mSv).

18F-Cholin PET/CT Indikationen:
Etabliert und von der Krankenkasse neu seit dem 01.07.2014 vergütet werden folgende Indikationen für eine 18F-Cholin PET/CT Untersuchung:
- Staging beim Hochrisiko Prostatakarzinom.
- Re-staging beim biochemischen Rezidiv nach Therapie, wobei das Rezidiv meist erst ab einem gewissen PSA Level (PSA > 2 ng/ml) oder bei einer sehr schnellen Progredienz des PSA (PSA- Verdopplungszeit < 7.3 Monate) detektiert werden kann. 

 

68Ga-PSMA PET/CT oder PET/MR:

Die 68Ga-PSMA PET ist seit April 2016 in der Schweiz zugelassen für die Untersuchung beim Prostatakarzinom, jedoch noch nicht Krankenkassen pflichtig. Daher entstehen zur Zeit Kosten die teils von den Patienten selbst getragen werden müssen. Die 68Ga-PSMA PET hat im Vergleich zur 18F-Cholin PET eine deutlich höhere Sensitivität für Lymphknoten und Fernmetastasen. Zudem ist die 68Ga-PSMA Anreicherung in der Prostata spezifischer, da die benigne Prostatahyperplasie keine vermehrte Aufnahme aufweist.

PSMA.jpgAbbildung 3:
Die coronare MIP Aufnahme bei diesem 67 jährigen Patienten gibt einen ersten Gesamtüberblick. Nach einer radikalen Prostataresektion 2013 stieg das PSA wieder an auf aktuell 0.22 ng/ml. Auf den axialen fusionierten Bildern kann man eine fokale PSMA-Anreicherung in einem pararektalen Lymphknoten mit einem Durchmesser von nur 3 mm nachweisen (gelber Pfeil). Dieser ist somit, trotz der geringen Grösse suspekt auf eine Lymphknotenmetastase.

Vorbereitung und Untersuchung:
Für die PSMA PET braucht es keine spezielle diätische Vorbereitung, wir empfehlen aber den Patienten 6h vor der Untersuchung nichts zu essen um die Darmperistaltik nicht unnötig zu aktivieren.  Der gesamte Untersuchungsablauf beträgt insgesamt ca. 2 Stunden. Zur Verbesserung der Bildqualität geben wir Ihnen zu Beginn ein harntreibendes Medikament. Daraufhin müssen Sie während einer halben Stunde etwa 5dl Wasser trinken. Anschliessend wird Ihnen die radioaktive Substanz in eine Armvene injiziert. Diese hat keinerlei Nebenwirkungen. Im Anschluss müssen Sie in einem abgedunkelten Raum für ca. 50 Minuten ruhen, damit sich die Substanz optimal im Körper verteilen kann. Danach wird die PET/MR oder PET/CT Aufnahme durchgeführt.

68Ga-PSMA PET bei Diabetes?
Die 68Ga-PSMA PET Untersuchung wird durch einen hohen Blutzucker nicht betroffen, es sind keine Vorkehrungen notwendig.

68Ga-PSMA PET bei Niereninsuffizienz?
Die 68Ga-PSMA PET Untersuchung kann auch bei stark eingeschränkter Nierenfunktion durchgeführt werden.

68Ga-PSMA PET Risiken und Nebenwirkungen?
Bei einer PET Untersuchung werden nur geringste Mengen des Tracers verwendet, daher sind keinerlei Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder allergische Reaktionen zu erwarten. Durch die kurze Halbwertszeit des 68Ga-PSMA ist die Strahlenbelastung für den Patienten nur wenig höher als bei einer konventionellen CT Untersuchung (PET/CT: 6-7 mSv, PET/MR: 4 mSv).

68Ga-PSMA PET Indikationen:
Die primäre Indikation für die 68Ga-PSMA PET ist das frühe biochemische Rezidiv, d.h. ein PSA Anstieg nach radikaler Prostatektomie über 0.2 ng/ml. Erste grössere Studien konnten zeigen, dass die Detektionsrate von 68Ga-PSMA PET für PSA Werte von 0.2-0.5 ng/ml bei etwas über 50% liegt Staging beim hoch Risikokarzinom ist ebenso vielversprechend mit einer verbesserten Sensitivität für Lymphknoten- oder Fernmetastasen, aber hier sind noch weniger Daten vorhanden die den zusätzlichen Nutzen der 68Ga-PSMA PET im Vergleich zu 18F-Cholin PET klar zeigen können.

68Ga-PSMA PET CT oder MR?
Die Teilkörper 68Ga-PSMA PET/MR hat gegenüber der PET/CT den Vorteil einer etwas tieferen Strahlenbelastung und des besseren Weichteilkontrastes im Becken, dies ist vor allem für die Detektion von frühen Lokalrezidiven hilfreich. Zudem kann mit der direkten Kombination von PET und MRI die Tumorausdehnung beim Primärstaging etwas besser abgeschätzt werden. Für die Detektion von abdominalen Lymphknoten- oder Fernmetastasen sind beide Methoden gleichwertig, die PET/CT hat den Vorteil etwas schneller zu sein (20 min versus 35 min). Sollten Sie ein Aufgebot für eine PET/MR erhalten aber eine Kontraindikation für MR Untersuchungen haben (z.B. Herzschrittmacher, Metallsplitter im Auge) melden Sie sich bitte bei unserer Anmeldung.
Falls Sie unter einer bekannten Gadolinium Allergie oder Platzangst leiden, geben Sie unserem Fachpersonal Bescheid und reisen Sie bitte nicht mit dem Auto an, damit wir Ihnen Medikamente geben können.


68Ga-DOTATATE PET/CT:

Die 68Ga-DOTATATE PET/CT ist die zurzeit sensitivste Untersuchung bei Neuroendokrinen Tumoren. Gut differenzierte Neuroendokrine Tumore haben keinen erhöhten Zuckerstoffwechsel, können daher mit der 18F-FDG PET/CT nicht erfasst werden. Hingegen exprimieren sie auf der Zelloberfläche einen Rezeptor (SSTR – Somatostatin Rezeptor), welcher selektiv mit 68Ga-DOTATATE markiert werden kann. Dieses neue Verfahren hat die Octreotide Scintigraphie in unsere Klinik weitgehend abgelöst, da kleinerer Läsionen besser erfasst werden und dank der Kombination von PET und CT genauer zugeordnet werden können.

Dotatate.png  

 

Abbildung 4:
Die rotierende Übersichtsaufnahme dient einem ersten Gesamtüberblick. Auf den axialen fusionierten Bildern kann eine fokale DOTATATE-Mehranreicherungen in der Bauchspeicheldrüse lokalisiert werden (roter Pfeil), die einem Neuroendokrinen Tumor entspricht, den man mit dem CT nicht abgrenzen konnte.  Zudem ist ein nicht vergrösserter Lymphknoten dorsal der Bauchspeicheldrüse  ebenso DOTATATE-positiv was für das Vorliegen einer kleinen Lymphknotenmetastase spricht (gelber Pfeil).

Vorbereitung und Untersuchung:

Die Patienten sollten 4 Stunden vor der Untersuchung nüchtern sein (nichts essen und nichts trinken ausser Wasser oder ungesüssten Tee). Orale Medikamente können regulär eingenommen werden. Sandostatin Injektionen sollten immer nach der 68Ga-DOTATATE PET/CT und nicht davor gegeben werden. 
Oft wird zusätzlich eine Kontrastmittel-CT des Abdomens durchgeführt um kleine Läsionen besser abgrenzen zu können.
 
68Ga-DOTATATE PET/CT bei Diabetes?
Die 68Ga-DOTATATE PET/CT Untersuchung wird durch einen hohen Blutzucker nicht betroffen, es sind keine Vorkehrungen notwendig.

68Ga-DOTATATE PET/CT bei Niereninsuffizienz?
Die 68Ga-DOTATATE PET/CT Untersuchung kann auch bei stark eingeschränkter Nierenfunktion durchgeführt werden.

68Ga-DOTATATE PET/CT während der Schwangerschaft & Stillzeit?
Aufgrund der erhöhten Strahlenbelastung des Kindes wird eine 68Ga-DOTATATE PET/CT Untersuchung nicht während der Schwangerschaft durchgeführt.
Stillende Mütter sollten mindestens 12h nach der Untersuchung das Baby nicht stillen.

68Ga-DOTATATE PET/CT Risiken und Nebenwirkungen?
Bei einer PET Untersuchung werden nur geringste Mengen des Tracers verwendet, daher sind keinerlei Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder allergische Reaktionen zu erwarten. Durch die kurze Halbwertszeit des 68Ga-DOTATATE ist die Strahlenbelastung für den Patienten nur wenig höher als bei konventionellen CT Untersuchung (7-8 mSv).

68Ga-DOTATATE PET/CT Indikationen:
Etabliert und von einigen Krankenkassen neu spezifisch am USZ seit dem 01.07.2014 vergütet werden folgende Indikationen für eine 68Ga-DOTATATE PET/CT Untersuchung:
- Initialstaging und Rezidivdiagnostik beim gut differenzierten Neuroendokrinen Tumor.
- Therapieverlaufskontrollen
- Evaluation für 177Lu- DOTATATE Therapie (Siehe Behandlung Neuroendokriner Tumoren)

PET/MR

Simultanes PET/MR

Das UniSpital Zürich ist einer der wenigen Standorte weltweit, der modernste PET/MR-Bildgebung anbietet. Im Gegensatz zur PET/CT werden hier nicht ein CT und ein PET angefertigt, sondern gleichzeitig ein MRI und ein PET durchgeführt.

Das neueste PET/MR-System wurde im Januar 2014 aufgestellt, zusammen mit zwei weiteren Universitäten der USA (Stanford und UCSF) wurde mit ersten Studiendaten entscheidend zur Marktzulassung dieses Gerätes beigetragen.
Durch sorgfältige Evaluation der Daten die auf dem früheren PET/CT-MR System erhoben wurden konnten schnell klinische Indikationen identifiziert werden, bei denen die PET/MR für die Patienten einen klinischen Vorteil bringen könnte. So konnten inzwischen nicht nur wissenschaftliche sondern auch klinische Erfahrungen mit der neuen Modalität aufgebaut werden.

Die oben angegebenen Massnahmen bzgl. Vorbereitung für die Untersuchung, Massnahmen bei Diabetes, Schwangerschaft und Stillzeit gelten generell auch für die PET/MR.

Das Grundprinzip der PET entspricht dem im PET/CT (s. oben) Dementsprechend unterscheidet sich auch die Untersuchungsvorbereitung nicht. Der Vorteil beruht jedoch in der gleichzeitig durchgeführten MRI, dies führt einerseits zu einer Dosisreduktion und ist zudem für bestimmte Indikationen die einen hohen Weichteilkontrast benötigen besser geeignet als die CT:

Insbesondere bei der Untersuchung von Kindern (z.B. Lymphom, Knochentumoren) ist der Aspekt der deutlich reduzierten Strahlung wichtig, vor allem in Anbetracht der oft mehrmals durchgeführten Untersuchungen.

Ausserdem scheint die PET/MR vor allem bei der Prostata-Bildgebung einen wichtigen Stellenwert zu haben, da neueste Tracer-Technologien (18F-Ethylcholin, 68Ga-PSMA) nicht nur hochspezifische Bildgebung ermöglichen, sondern auch die lokale, multiparametrische MR-Abbildung der Prostata, die bisher gesondert zu einem anderen Zeitpunkt durchgeführt werden musste, in einem Untersuchungsgang mit der PET-Abklärung erfolgen kann. Der Patient kann also eine vollständige Abklärung innerhalb eines Termins erhalten. Dies gilt ebenso für Tumoren im gynäkologischen Bereich oder Karzinome im Kopf- Halsbereich.

Der höhere Weichteilkontrast sowie die gute Darstellbarkeit von Ödemen (v.a. im Knochenmark) der MRI gegenüber der CT kann bei zahlreichen Krankheiten als Vorteil genutzt werden. So z.B. bei Multiplen Myelomen ist es möglich den Vorteil der MRI bei der Früherkennung von Knochenmarksläsionen und die hohe Erkennungsrate des PET bezüglich Weichteilläsionen ausserhalb des Knochens zu vereinen.

Eine PET/MR kann wie die PET/CT auch bei Niereninsuffizienz durchgeführt werden. Normalerweise wird dann aber wie in der PET/CT kein Kontrastmittel gegeben. Es gibt jedoch im PET/MR unter bestimmten Umständen die Möglichkeit auch bei teilweiser Niereninsuffizienz Kontrastmittel zu geben, v.a. dann, wenn dadurch ein Vorteil in der Diagnosestellung zu erwarten ist.

 


Abbildung  4:

Obere Reihe: die Übersichtsaufnahme (MIP = Maximum Intensity Projection) dient einem ersten Gesamtüberblick, hier ist exemplarisch ein Hals/Zungen-Tumor gezeigt. Das mittlere Bild zeigt das CT dieses Hals/Zungentumors. Das Bild rechts zeigt das fusionierte PET/CT.
Untere Reihe: das linke Bild zeigt nur das PET ohne CT oder MR. Das mittlere Bild zeigt das MRI des Hals/Zungentumors – hier ist der Tumor (Pfeil) deutlich besser abzugrenzen. Das Bild rechts zeigt das fusionierte PET/MR. 

Das PET/MR bietet jedoch nicht nur Vorteile gegenüber der PET/CT, so gilt es zu beachten, dass bei einigen Indikationen das PET/CT besser geeignet ist. Der zurzeit noch grösste Nachteil der MRI ist, dass es insbesondere bei der Lungendiagnostik der CT unterlegen ist. An entsprechenden Sequenzen, die in Zukunft dem CT ebenbürtige Genauigkeit liefern, wird jedoch gearbeitet. Zudem können Herz-schrittmacher, Neurostimulatoren oder Implantate Kontraindikationen für die MR darstellen.

Bei Fragen, welche Untersuchungsart bei welcher Krankheit besser geeignet ist, stehen wir sehr gerne unter 044 255 1502 zur Verfügung. Da es sich nach wie vor um eine neuere Methode handelt, werden die Indikationen ständig überarbeitet und erweitert.

Bezüglich Tracer verwenden wir derzeit:

18F-FDG z.B. für folgende Indikationen:
- Initialstaging und Rezidivdiagnostik verschiedenster Karzinome (Lunge, Hals-Nasen-Rachentumoren,
  Bauchspeicheldrüse, Leber, Ovar, Speiseröhre-Magen-Darm etc).
- Integriertes Hirn-MRI zum Ausschluss von Hirnmetastasen
- Lymphomdiagnostik
- Fortgeschrittene Melanome
- Tumorsuche, bei unbekanntem Primärtumor
- Wirbelsäuleninfekte (zur Früherkennung innerhalb der ersten 2 Wochen besser als MRI)
- Unklarer Infektfokus
- Demenzabklärung
- Herzuntersuchungen

18F-Cholin
- Primärstaging und Verlaufsuntersuchung bei Prostata-Karzinom
- hochsensitive und -spezifische Nebenschilddrüsendiagnostik

18F-FET
- Hirntumordiagnostik, insbesondere Differenzierung Tumorgewebe (Residuum / Rezidiv) von
  posttherapeutischen Veränderungen

68Ga-PSMA
- hochsensitive und -spezifische Diagnostik des Prostata-Karzinoms

68Ga-DOTATATE
- neuroendokrine Tumoren
- atypische Meningeome
- Paragangliom-Diagnostik/Suche, falls MIBG-SPECT nicht eindeutig

Patienteninformationsblätter

PET/CT Universitätsspital
PET_CT des Gehirns mit FDG (PDF)
PET_CT des Gehirns mit Tyrosin (PDF)
PET_CT des Gehirns mit radioaktivem Wasser (PDF)
PET_CT Herz-Untersuchung NH3 (PDF)
PET_CT Herz-Untersuchung mit FDG (PDF)
PET_CT des Körpers mit DOTATATE (PDF)
PET_CT des Körpers mit FDOPA (PDF)
PET_CT des Körpers mit FDG (PDF)
PET_CT Prostata F_18_Cholin (PDF)
PET_CT Untersuchung mit F_18_Fluorid (PDF)

PET/CT Wagi Schlieren
PET_CT des Gehirns mit Tyrosin (PDF)
PET_CT des Gehirns mit FDG (PDF)
PET_CT des Körpers mit FDG (PDF)
PET_CT Prostata F_18_Cholin (PDF)
PET_CT Prostata Ga68_PSMA (PDF)
PET_CT Untersuchung mit F_18_Fluorid (PDF)

PET/MR Wagi Schlieren
PET_MR Cholin Nebenschilddrüse (PDF)
PET_MR des Gehirns mit Tyrosin (PDF)
PET_MR des Gehirns mit FDOPA (PDF)
PET_MR des Gehirns mit FDG (PDF)
PET_MR des Körpers mit FDG (PDF)
PET_MR Prostata Ga68_PSMA (PDF)