Demenz- und Hirndiagnostik

Die Klinik für Nuklearmedizin kann eine langjährige Expertise im Bereich der Hirnbildgebung vorweisen. Diese umfasst die Positronenemissionstomographie (PET) und die Single Photonen Emissions Tomographie (SPECT).

Die nuklearmedizinischen Techniken, wie die SPECT und die PET, eigenen sich hervorragend zur Erfassung von verschiedensten Parametern des Gehirns. Hierzu gehören die Durchblutung, der Stoffwechsel in Tumoren und anderen Pathologien des Gehirns sowie verschiedenste Neurotransmittorensysteme. Dabei wird eine leicht radioaktive Substanz (Tracer) verabreicht. Die bildgebende Darstellung der regionalen Verteilung des Tracers im Hirn erlaubt es, die verschiedenen Parameter darzustellen. Klinisch werden die folgenden Tracer angeboten:

18F Fluorodeoxyglukose (FDG)

18F Fluorodeoxyglukose (FDG)

FDG.jpg

Abbildung 1: Normale Verteilung des Tracers FDG im Hirn

FDG ist ein Glukoseanalog und wird in der Hirn PET bei folgenden Indikationen eingesetzt:
Demenzabklärung (Abgrenzung des M. Alzheimer von anderen Demenzen)

Unter den folgenden Voraussetzungen wird die Untersuchung von den Krankenkassen bezahlt:

  • Zuweisung durch einen Facharzt FMH Geriatrie, Neurologie oder Psychiatrie
  • Minimental Score > 10
  • Dauer der Erkrankung  < 5 Jahre
  • Patient < 80
  • bisher keine PET oder SPECT Untersuchungen
  • präoperative Abklärung bei Temporallappenepilepsie

Diese Indikation wird ebenfalls von den Krankenkassen bezahlt:
Differenzialdiagnose bei Bewegungsstörungen

18F-Fluorotyrosin (FET)

Abbildung 2: MRT und FET PET bei einem Patienten mit einem Astrozytom WHO Grad II

FET ist eine Aminosäureanalog und wird in der Hirn PET bei folgenden Indikationen eingesetzt und von der Krankenkasse bezahlt:

  • Abklärung von Hirntumoren
  • finden der besten Biopsiestelle
  • Therapieüberwachung
  • Unterscheidung Tumor vs andere Läsionen
18F-Fluorodopa (FDOPA)

Abbildung 3: FDOPA PET bei einem Patienten mit einer Parkinson'schen Erkrankung, im rechten Putamen ist die Traceraufnahme vermindert.

Mit FDOPA kann die präsynaptische Integrität des dopaminergen Systems untersucht werden. Insbesondere kann damit sehr gut zwischen essenziellem Tremor und anderen Bewegungsstörungen mit Neurogeneration unterschieden werden.

68Ga-Dotatate

Abbildung 4: Hohe Traceraufnahme im Meningeom

68Ga-Dotatate ist ein Tracer, der an Somatostatinrezeptoren bindet. Im Hirn eignet er sich zur Abklärung von Meningeomen

H215O

Abbildung 5: Hirndurchblutung bei einem Patienten mit linkseitiger Stenose der A. carotis interna

H215O ist einer der besten Tracer für die Untersuchung der Hirnperfusion. Die Untersuchung wird vor operativen Revaskularisationsmassnahmen im Hirn durchgeführt.

123I-Iopflupan (DaTScan)


Abbildung 6: DaTScan bei einem Patienten mit Parkinson'scher Erkrankung, der Tracer wird nur im Caudatum aufgenommen, das Putamen zeigt keine Speicherung.

Mit dem DaTScan kann wie mit FDOPA die präsynaptische Integrität des dopaminergen Systems untersucht werden. Insbesondere kann damit sehr gut zwischen essenziellem Tremor und anderen Bewegungsstörungen mit Neurogeneration unterschieden werden. Die DaTScan Untersuchung wird mit der SPECT Technologie durchgeführt und dauert ca 1 Stunde.

Bei der Frage nach "essenziellem Tremor vs andere Bewegungsstörungen mit Neurogeneration" wird die Untersuchung von den Krankenkassen bezahlt

Patienteninformationsblätter